Autohäuser investieren in Kampagnen, Websites und Social Media - aber der entscheidende Faktor ist oft ein anderer: der Mensch. Wer Vertriebsmitarbeiter zu sichtbaren Persönlichkeiten macht, schafft Vertrauen, das keine Anzeige der Welt kaufen kann.
Bevor du startest
Die Digitalisierung hat den Autokauf grundlegend verändert, aber eines ist gleich geblieben: Menschen kaufen gerne von Menschen. Gerade in einer Branche, in der es um vierstellige oder sogar fünfstellige Investitionen geht, ist Vertrauen der entscheidende Erfolgsfaktor. Der Kunde will wissen, mit wem er es zu tun bekommt, bevor er das Autohaus betritt. Ein Blick auf die Website, ein Klick auf das Profil des Verkäufers, ein kurzer Blick auf dessen Social-Media-Auftritt - und schon entsteht ein erster Eindruck. Dieser Eindruck entscheidet oft darüber, ob der Kunde anruft, eine Probefahrt bucht oder doch beim Wettbewerber bleibt.
Die TÜV NORD INSIGHT Studie 2026 zeigt, dass der Autohandel an einem Kipppunkt steht [7]. Die Realität ist nüchterner, als viele glauben mögen. Kunden sind informierter, anspruchsvoller und kritischer geworden. Sie vergleichen nicht nur Preise, sondern auch die Menschen hinter den Angeboten. Ein Autohaus, das diesen Wandel ignoriert und weiterhin nur auf anonyme Markenkommunikation setzt, verschenkt wertvolles Potenzial. Denn die größte Chance liegt nicht in noch mehr Werbung, sondern in der authentischen Präsentation der eigenen Leute.
Bevor du mit der Umsetzung beginnst, solltest du dir über eines im Klaren sein: Es geht nicht darum, aus jedem Verkäufer einen Influencer zu machen. Es geht darum, echte Persönlichkeiten sichtbar zu machen. Der eine ist vielleicht ein Technik-Freak, der andere ein Familienmensch, der dritte ein Motorsport-Enthusiast. Genau diese Unterschiede machen die Marke Mensch interessant. Deine Aufgabe als Marketingverantwortlicher ist es, diese Persönlichkeiten zu entdecken, zu fördern und in die Kommunikation des Autohauses einzubinden. Dafür braucht es keine riesigen Budgets, sondern vor allem eines: den Mut, Kontrolle abzugeben und den Mitarbeitern eine Bühne zu bieten.
Ein weiterer wichtiger Punkt vorab: Der Erfolg lässt sich nicht von heute auf morgen messen. Personenmarken sind ein Langzeitprojekt. Aber die Erfahrung zeigt, dass sich die Investition lohnt - nicht nur in Form von mehr Anfragen, sondern auch in Form von besseren Kundenbeziehungen und einer stärkeren Bindung ans Haus. In einer Zeit, in der die Anzahl der Leads auf Plattformen wie mobile.de um 20,5 Prozent gestiegen ist [3], geht es längst nicht mehr nur um Quantität, sondern um Qualität. Und qualifizierte Leads entstehen dort, wo Vertrauen bereits vor dem ersten Kontakt aufgebaut wurde.
Schritt 1: Die richtigen Mitarbeiter auswählen
Nicht jeder Vertriebsmitarbeiter ist automatisch geeignet, zur öffentlichen Persona des Autohauses zu werden. Und das ist auch gut so. Die Auswahl der richtigen Personen ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt. Du suchst Menschen, die gerne kommunizieren, die authentisch wirken und die eine Geschichte zu erzählen haben. Das muss nicht der Verkäufer mit den besten Abschlusszahlen sein. Oft sind es gerade diejenigen, die eine natürliche Leichtigkeit im Umgang mit Menschen haben und die auch vor der Kamera oder im Text eine gute Figur machen.
Ein guter Ansatz ist, im Team zu fragen, wer Interesse hat, sich im Online-Marketing zu engagieren. Du wirst überrascht sein, wie viele sich das vorstellen können. Viele Mitarbeiter haben durchaus Lust, ihre Arbeit und ihre Persönlichkeit zu zeigen, aber sie hatten bisher einfach keine Gelegenheit dazu. Genau hier setzt dein Projekt an: Du bietest ihnen diese Gelegenheit. Wichtig ist, dass die Teilnahme freiwillig ist und dass du den Mitarbeitern klare Perspektiven aufzeigst. Es geht nicht darum, sie zu exponieren, sondern darum, sie zu unterstützen.
Bei der Auswahl solltest du auch auf eine gewisse Vielfalt achten. Ein junger Verkäufer, der sich auf Gebrauchtwagen spezialisiert hat, spricht eine andere Zielgruppe an als ein erfahrener Berater, der seit Jahrzehnten im Geschäft ist. Beide haben ihre Berechtigung und ihre eigene Community. Die Mischung macht es aus. So entsteht ein lebendiges Bild des Autohauses, das weit über die klassische Werbung hinausgeht. Der Kunde sieht: Hier arbeiten echte Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Persönlichkeiten - und genau das schafft Vertrauen.
Achte außerdem darauf, dass die ausgewählten Mitarbeiter eine gewisse Grundaffinität zu digitalen Medien mitbringen. Sie müssen nicht technisch versiert sein, aber sie sollten offen sein für Neues und bereit, sich auf ungewohnte Formate einzulassen. Ein Verkäufer, der jede Social-Media-Aktivität als lästige Pflicht ansieht, wird niemals authentisch wirken. Der Funke muss überspringen, sonst funktioniert das Konzept nicht.
Schritt 2: Die Geschichte hinter der Person erzählen
Ein Profilbild und ein Name sind noch keine Personenmarke. Der Kern einer starken Personenmarke ist die Geschichte, die dahintersteht. Was treibt diesen Menschen an? Warum arbeitet er oder sie im Autohaus? Was ist die persönliche Motivation? Diese Fragen mögen zunächst ungewohnt klingen, aber genau sie machen eine Person interessant und unterscheidbar.
Nimm dir Zeit für ein ausführliches Gespräch mit jedem ausgewählten Mitarbeiter. Frag nach dem Werdegang, nach besonderen Erlebnissen im Verkauf, nach Leidenschaften neben dem Beruf. Du wirst erstaunliche Geschichten entdecken: den Verkäufer, der selbst schon zwanzig Autos besessen hat und jeden davon bis ins Detail kennt. Die Beraterin, die sich auf die Beratung von Familien spezialisiert hat, weil sie selbst vier Kinder hat. Der Technik-Fan, der jede Neuerung der Hersteller genauestens verfolgt. Solche Details machen eine Person greifbar und sympathisch.
Diese Geschichten sind das Rohmaterial für alle weiteren Schritte. Sie fließen in die Bio-Texte auf Social-Media-Profilen ein, in die Vorstellung auf der Website, in die ersten Beiträge. Wichtig ist, dass du die Geschichten nicht erfindest, sondern lediglich sichtbar machst. Authentizität ist das höchste Gut. Ein Kunde spürt sofort, ob da ein Mensch spricht oder ob eine Marketingabteilung versucht, eine künstliche Persona zu erschaffen. Ersteres schafft Vertrauen, Letzteres führt zu Ablehnung.
Überlege gemeinsam mit dem Mitarbeiter, welche Themen er oder sie am liebsten behandeln möchte. Das kann von der Vorstellung neuer Modelle über Tipps zur Fahrzeugpflege bis hin zu Einblicken in den Arbeitsalltag reichen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange die Themen zur Person passen. Ein Verkäufer, der sich für Oldtimer begeistert, wird mit einem Beitrag über die neueste Elektroauto-Technologie weniger überzeugen als mit einer Geschichte über ein restauriertes Klassiker-Modell aus dem eigenen Bestand. Die Leidenschaft ist der Motor für gute Inhalte.
Schritt 3: Die Profile professionell aufsetzen
Sobald die Geschichten klar sind, geht es an die technische Umsetzung. Die Profile der Mitarbeiter sollten professionell aufgesetzt sein, aber nicht wie Werbeflächen für das Autohaus wirken. Der Spagat zwischen persönlichem Profil und Markenbotschafter ist die größte Herausforderung. Ein reines Firmenprofil wirkt unpersönlich, ein reines Privatprofil verfehlt den Zweck. Die ideale Lösung liegt in der Mitte.
Beginne mit einem hochwertigen Profilbild. Das klassische Porträt vor neutralem Hintergrund ist eine gute Wahl, aber noch besser ist ein Bild, das die Person in ihrem natürlichen Umfeld zeigt: der Verkäufer neben einem Fahrzeug, die Beraterin im Gespräch mit einem Kunden, der Technik-Experte in der Werkstatt. Solche Bilder erzählen bereits eine Geschichte und wirken deutlich authentischer als gestellte Aufnahmen. Investiere in professionelle Fotografie oder nutze zumindest eine gute Kamera und natürliches Licht.
Die Bio-Texte sollten kurz, prägnant und persönlich sein. Nenne den Namen, die Rolle im Autohaus, ein oder zwei persönliche Details und vielleicht ein Zitat, das zur Person passt. Verlinke das Autohaus und die Website. Wichtig ist, dass die Profile untereinander vernetzt sind und dass sie sich gegenseitig unterstützen. Wenn der eine Mitarbeiter einen Beitrag teilt, sollten die anderen kommentieren und teilen. So entsteht ein lebendiges Netzwerk, das die Sichtbarkeit erhöht.
Auch die Frage der Plattform ist entscheidend. Nicht jede Plattform passt zu jedem Mitarbeiter. Der eine fühlt sich auf LinkedIn wohl, die andere auf Instagram, ein dritter vielleicht bei Facebook. Die TÜV NORD INSIGHT Studie 2026 beschreibt den Autohandel am Kipppunkt [7] - und genau jetzt ist der Moment, um die richtigen Kanäle für die eigenen Leute zu finden. Es geht nicht darum, überall präsent zu sein, sondern dort, wo die eigene Zielgruppe ist. Ein Verkäufer, der vor allem ältere Kunden anspricht, ist auf Facebook vielleicht besser aufgehoben, während ein jüngerer Kollege auf Instagram oder TikTok mehr erreicht.
Schritt 4: Inhalte gemeinsam entwickeln
Jetzt wird es konkret: Die ersten Inhalte müssen entstehen. Hier zeigt sich, ob das Konzept trägt. Der häufigste Fehler ist, dass Unternehmen versuchen, die Inhalte komplett zu kontrollieren und vorzugeben. Das führt zu steifen, unnatürlichen Beiträgen, die niemanden interessieren. Stattdessen solltest du eine Balance finden zwischen Vorgaben und Freiheiten.
Entwickle gemeinsam mit den Mitarbeitern einen Redaktionsplan für die ersten Wochen. Welche Themen kommen gut an? Welche Formate passen zur Person? Ein kurzes Video vom Verkäufer, der ein neues Modell vorstellt, wirkt oft besser als ein langer Text. Eine Geschichte aus dem Arbeitsalltag, erzählt aus der Ich-Perspektive, schafft Nähe. Ein Tipp zur Fahrzeugpflege, illustriert mit Fotos, bietet einen echten Mehrwert. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, aber die Inhalte sollten immer zur Person und zur Marke passen.
Ein bewährtes Format ist die Serie. Statt einzelner, zusammenhangloser Beiträge kannst du eine regelmäßige Rubrik etablieren. Ein Verkäufer präsentiert jeden Freitag ein Fahrzeug aus dem Bestand. Eine Beraterin beantwortet jeden Dienstag eine häufig gestellte Kundenfrage. Ein Service-Mitarbeiter gibt jeden Monat einen Einblick in die Werkstatt. Solche Serien schaffen Erwartung und Regelmäßigkeit. Die Follower wissen, wann sie mit neuen Inhalten rechnen können, und kommen gerne zurück.
Achte darauf, dass die Inhalte nicht zu werblich werden. Der Kunde will keine Verkaufsargumente, er will Einblicke und Mehrwert. Ein Beitrag, der ein Fahrzeug vorstellt, sollte eher die Besonderheiten und die Begeisterung des Verkäufers zeigen als eine technische Auflistung aller Daten. Ein Beitrag, der einen Kunden glücklich macht, erzählt besser eine Geschichte als eine Erfolgsmeldung. Die Emotion ist der Schlüssel, nicht die Information.
Schritt 5: Die Reichweite systematisch erhöhen
Gute Inhalte allein reichen nicht aus. Sie müssen auch gesehen werden. Die organische Reichweite auf Social-Media-Plattformen ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, und wer Aufmerksamkeit will, muss aktiv werden. Das bedeutet nicht, dass du sofort ein großes Werbebudget investieren solltest. Es bedeutet, dass du die vorhandenen Kanäle intelligent nutzen musst.
Der erste Hebel ist die Vernetzung. Die Mitarbeiter sollten die Profile des Autohauses abonnieren, kommentieren und teilen. Das Autohaus sollte im Gegenzug die Profile der Mitarbeiter bewerben. Auf der Website des Autohauses sollten die Mitarbeiter mit Foto und Kurzprofil vorgestellt werden. Jeder Kontaktpunkt ist eine Chance, die Personenmarken sichtbarer zu machen. Die Summe dieser kleinen Maßnahmen ergibt am Ende eine deutliche Steigerung der Sichtbarkeit.
Der zweite Hebel ist bezahlte Reichweite. Du kannst einzelne Beiträge der Mitarbeiter mit einem kleinen Budget bewerben, um sie einem größeren Publikum zu zeigen. Das funktioniert besonders gut, wenn der Beitrag eine starke Geschichte erzählt oder einen echten Mehrwert bietet. Ein Beitrag, der ein Fahrzeug in einer emotionalen Geschichte präsentiert, kann mit einem überschaubaren Budget eine beachtliche Reichweite erzielen. Wichtig ist, dass die bezahlte Werbung nicht als solche erkennbar ist, sondern sich nahtlos in den organischen Feed einfügt.
Der dritte Hebel ist die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Ein Autohaus ist in der Regel tief in seiner Region verwurzelt. Nutze diese Verbindungen, um die Personenmarken bekannt zu machen. Ein gemeinsamer Beitrag mit einem lokalen Restaurant, ein Interview im Regionalradio, ein Auftritt bei einer lokalen Veranstaltung - all das erhöht die Sichtbarkeit der Mitarbeiter und damit auch des Autohauses. Die Menschen in der Region sollen das Gefühl haben, die Gesichter hinter dem Autohaus zu kennen, bevor sie das erste Mal in den Verkaufsraum kommen.
Schritt 6: Die Kommunikation mit Kunden intensivieren
Eine Personenmarke lebt von der Interaktion. Es reicht nicht, Inhalte zu veröffentlichen und darauf zu hoffen, dass sie gesehen werden. Die Mitarbeiter müssen aktiv in den Dialog mit ihren Followern treten. Kommentare beantworten, Fragen stellen, auf Nachrichten reagieren - das alles gehört zum Alltag einer erfolgreichen Personenmarke. Und genau hier zeigt sich ein entscheidender Vorteil gegenüber der klassischen Markenkommunikation: Die Mitarbeiter sind echte Menschen, die auf Augenhöhe kommunizieren können.
Ein Kunde, der auf dem Profil eines Verkäufers eine Frage zu einem Fahrzeug stellt und innerhalb kurzer Zeit eine persönliche Antwort erhält, fühlt sich ernst genommen. Diese Erfahrung ist Gold wert. Sie schafft Vertrauen und bindet den Kunden an die Person und damit an das Autohaus. Der Kunde wird sich eher an diesen Verkäufer wenden, wenn er tatsächlich einen Kauf plant, als an das anonyme Kontaktformular der Website.
Die Antwortzeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wer schnell antwortet, signalisiert Interesse und Wertschätzung. Ein Kunde, der stundenlang auf eine Antwort warten muss, verliert das Interesse und wendet sich womöglich dem Wettbewerber zu. Deshalb sollten die Mitarbeiter regelmäßig ihre Profile checken und zeitnah auf Kommentare und Nachrichten reagieren. Wenn das im Alltag schwer fällt, können auch andere Teammitglieder unterstützen und die Kommunikation mit übernehmen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die proaktive Ansprache. Die Mitarbeiter sollten nicht nur reagieren, sondern auch aktiv auf potenzielle Kunden zugehen. Wer sieht, dass jemand in einer lokalen Facebook-Gruppe nach einem Gebrauchtwagen sucht, kann sich mit einem hilfreichen Kommentar einschalten. Wer bemerkt, dass ein Follower regelmäßig die Beiträge des Autohauses liked, kann eine persönliche Nachricht schicken und sich für das Interesse bedanken. Solche kleinen Gesten machen den Unterschied zwischen einem passiven Profil und einer lebendigen Personenmarke.
Schritt 7: Die Erfolge messen und nachsteuern
Am Ende stellt sich die Frage: Was bringt das alles? Die Antwort ist nicht immer einfach, denn der Erfolg von Personenmarken zeigt sich oft erst mittel- und langfristig. Trotzdem gibt es Kennzahlen, die du beobachten und auswerten solltest. Dazu gehören die Entwicklung der Follower-Zahlen, die Interaktionsraten der Beiträge, die Anzahl der Anfragen, die über die Profile hereinkommen, und nicht zuletzt das Feedback aus dem Kundenkreis.
Ein wichtiger Indikator ist die Qualität der Anfragen. Wenn Kunden sich mit dem Namen eines bestimmten Verkäufers melden oder sich auf dessen Profil beziehen, ist das ein starkes Signal. Diese Kunden haben bereits eine Beziehung zu der Person aufgebaut, bevor sie den ersten Kontakt aufgenommen haben. Sie sind in der Regel besser informiert, ernsthafter interessiert und näher an einer Kaufentscheidung. Die Erfahrung zeigt, dass solche Leads deutlich höhere Abschlussraten haben als reine Kaltanfragen.
Die Webanalyse-Studie 2026 hat untersucht, wie Autohäuser ihre Websites und Kampagnen einsetzen [6]. Eine zentrale Frage bleibt oft unbeantwortet: Was davon bringt wirklich Anfragen und Probefahrten? [6] Genau hier setzt die Personenmarke an: Sie ist ein messbarer Faktor, weil sie direkt mit der Person verknüpft ist, die den Kontakt herstellt. Du kannst sehen, welcher Mitarbeiter welche Anfragen generiert, und daraus lernen, was funktioniert und was nicht.
Nutze die Daten, um das Konzept kontinuierlich zu verbessern. Welche Inhalte kommen gut an? Welche Formate funktionieren besser? Welche Plattformen bringen die meisten Anfragen? Die Antworten auf diese Fragen helfen dir, die Strategie zu schärfen und die Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Effekt erzielen. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern darum, aus Erfahrungen zu lernen und sich stetig zu verbessern.
Schritt 8: Die Mitarbeiter langfristig motivieren
Eine Personenmarke ist kein Projekt, das nach ein paar Monaten abgeschlossen ist. Sie ist eine langfristige Investition in die Beziehung zwischen Mitarbeitern, Kunden und Autohaus. Deshalb ist es entscheidend, die Motivation der beteiligten Mitarbeiter über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten. Das gelingt nur, wenn sie den Wert ihrer Arbeit erkennen und wenn sie für ihr Engagement Anerkennung erhalten.
Ein wichtiger Faktor ist die interne Kommunikation. Die Geschäftsleitung sollte die Aktivitäten der Mitarbeiter unterstützen und wertschätzen. Ein Lob in der Teambesprechung, ein Beitrag im internen Newsletter, eine kleine Feier für besondere Erfolge - all das zeigt den Mitarbeitern, dass ihre Arbeit gesehen wird. Auch die Kollegen sollten eingebunden werden. Wer selbst keine Personenmarke aufbauen möchte, kann trotzdem dazu beitragen, indem er die Inhalte der Kollegen teilt und kommentiert.
Ein weiterer Faktor ist die Weiterentwicklung. Die Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, sich im Bereich Social Media und Online-Marketing weiterzubilden. Ein Seminar zum Thema persönliche Marke, ein Workshop zur Videoproduktion, ein Coaching zur Medienkompetenz - solche Angebote zeigen, dass das Autohaus es ernst meint mit der Personenmarke. Die Investition in die Mitarbeiter zahlt sich doppelt aus: Sie verbessern ihre Fähigkeiten und fühlen sich gleichzeitig wertgeschätzt.
Schließlich sollten die Mitarbeiter auch finanziell von ihrem Engagement profitieren. Wer Anfragen generiert, die zu Abschlüssen führen, sollte daran beteiligt werden. Das kann über eine Provision, einen Bonus oder eine andere Form der Anerkennung geschehen. Die genaue Ausgestaltung hängt von den Rahmenbedingungen des Autohauses ab, aber das Prinzip ist klar: Wer zur Marke beiträgt, soll auch am Erfolg teilhaben.
Schritt 9: Die Verbindung zum Autohaus stärken
Die Personenmarke ist kein Selbstzweck. Sie dient immer dem Autohaus als Ganzes. Deshalb ist es wichtig, die Verbindung zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen sichtbar zu machen. Der Kunde soll nicht nur eine einzelne Person kennenlernen, sondern das gesamte Team und die Werte, für die das Autohaus steht.
Eine Möglichkeit ist die regelmäßige Präsentation des Teams auf der Website und in den sozialen Medien. Statt einzelner, isolierter Profile entsteht so ein lebendiges Bild des Autohauses. Der Kunde sieht: Hier arbeiten Menschen, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren und die stolz auf ihr Haus sind. Dieses Gefühl überträgt sich auf den Kunden und schafft eine emotionale Bindung, die weit über den reinen Kaufprozess hinausgeht.
Eine weitere Möglichkeit ist die Einbindung der Personenmarken in die klassische Marketing-Kommunikation. Ein Verkäufer, der in einem Anzeigenmotiv oder einem Werbeflyer auftaucht, wirkt authentischer als ein anonymes Model. Eine Beraterin, die in einem Video auf der Website Tipps gibt, schafft Nähe. Die Personenmarken ergänzen die Marke Autohaus und machen sie greifbarer.
Wichtig ist, dass die Personenmarken nicht in Konkurrenz zum Autohaus treten. Es geht nicht darum, einzelne Mitarbeiter zu Stars zu machen, sondern darum, die Stärken des Teams zu bündeln. Die Mitarbeiter sollten sich als Teil eines Ganzen verstehen und das Autohaus in ihrer Kommunikation immer wieder erwähnen und verlinken. So entsteht eine Win-win-Situation: Die Mitarbeiter gewinnen an Sichtbarkeit, und das Autohaus profitiert von der Ausstrahlung seiner Leute.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist die fehlende Authentizität. Wer versucht, aus einem Verkäufer eine künstliche Persona zu machen, scheitert spätestens dann, wenn die Follower die Unehrlichkeit bemerken. Die Lösung ist einfach: Zeige die Person, wie sie wirklich ist, mit allen Stärken und Schwächen. Perfektion ist langweilig, Authentizität ist interessant.
Ein weiterer Fehler ist die fehlende Kontinuität. Viele Autohäuser starten mit viel Enthusiasmus, aber nach ein paar Wochen lässt die Begeisterung nach. Die Profile werden nicht mehr gepflegt, die Beiträge werden seltener, die Interaktion nimmt ab. Das führt dazu, dass die mühsam aufgebaute Reichweite wieder schrumpft. Die Lösung ist ein realistischer Redaktionsplan, der in den Alltag integrierbar ist und der auch mal eine Pause erlaubt, ohne dass das Projekt stirbt.
Ein dritter Fehler ist die mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsleitung. Wenn die Chefs die Personenmarken nicht aktiv unterstützen, fühlen sich die Mitarbeiter allein gelassen. Die Lösung ist ein klares Bekenntnis der Führungsebene, das sich in Zeit, Budget und Anerkennung ausdrückt. Nur wenn die Personenmarken als strategisches Projekt verstanden werden, können sie langfristig erfolgreich sein.
Nächste Schritte
Der Einstieg in das Thema Personenmarken ist einfacher, als viele denken. Beginne mit einem Gespräch mit deinem Team und finde heraus, wer Interesse hat. Wähle zwei oder drei Personen aus, mit denen du startest, und entwickle gemeinsam die ersten Inhalte. Setze dir realistische Ziele für die ersten Monate und messe den Erfolg anhand der Anfragen und der Kundeninteraktionen.
Ein guter erster Schritt ist auch ein Blick auf die bestehenden Profile deiner Mitarbeiter. Sind sie gepflegt? Zeigen sie ein professionelles Bild? Bieten sie einen Mehrwert? Oft reichen schon kleine Optimierungen, um einen großen Unterschied zu machen. Ein professionelles Profilbild, eine aussagekräftige Bio und die Verlinkung zum Autohaus sind die Basis für alles Weitere.
Denke daran: Personenmarken sind ein Marathon, kein Sprint. Der Aufbau von Vertrauen und Sichtbarkeit braucht Zeit. Aber die Investition lohnt sich - für die Mitarbeiter, für das Autohaus und nicht zuletzt für die Kunden, die endlich die Menschen hinter den Angeboten kennenlernen können. In einer Branche, die am Kipppunkt steht [7], ist die persönliche Beziehung der entscheidende Wettbewerbsvorteil.